WS 14 Neue Autorität – Professionelle Präsenz
Neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten für die Tagesgruppenarbeit nach einem Konzept von Haim Omer

Autorität von Erwachsenen ist nicht mehr automatisch mit ihrer jeweiligen Rolle als Pädagog_in, Lehrer_in, Eltern usw. verbunden. Ursprünglich von der (Wieder-)Herstellung der elterlichen Präsenz ausgehend, hat sich ein Haltungs- und Handlungskonzept entwickelt, welches heute in unterschiedlichen Kontexten für Pädagog_innen und Berater_innen sowie Führungskräfte zu einer Grundhaltung ihres Handelns geworden ist. Das Konzept wurde von Haim Omer und seinem Team in Tel Aviv (Israel) entwickelt. Wesentliche Aspekte und Vorschläge der „Neuen Autorität“ sind die persönliche/professionelle Präsenz und die wachsame Sorge. Seit über fünf Jahren beschäftigt sich das Bethanien Kinder- und Jugenddorf mit der Thematik der „Neuen Autorität“. Das hatte auch große Auswirkungen auf die Arbeit der Tagesgruppen. In diesem Workshop gehen wir der Frage nach, wie man handlungsfähig bleiben kann. Das Konzept der „Neuen Autorität“ nach Haim Omer und seine Handlungsebenen werden vorgestellt und gemeinsam wird erarbeitet, was dies für die Arbeit der Tagesgruppen bedeuten kann. Ziel ist es, neue Sichtweisen einzunehmen, aus Machtkämpfen auszusteigen und im Netzwerk neue Stärke aufzubauen.

Bruno Flock, Bethanien Kinder- und Jugenddorf, Bergisch Gladbach
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WS 15 Methodenblumenstrauß
Kennenlernen verschiedener Methoden und Konzeptbausteine aus der Tagesgruppenarbeit

1. Traumapädagogisches Arbeiten mit Kindern
Es werden Methoden des traumapädagogischen Arbeitens vorgestellt und am praktischen Beispiel erläutert, wie z.B. Verstärkermethoden, Teilarbeit etc.

2. „Gläserne Tagesgruppe“
Wie werden Eltern, Kooperationspartner_innen wie u.a. Mitarbeiter_innen des Allgemeinen Sozialen Dienstes, Lehrer_innen in die Tagesgruppenarbeit einbezogen? Wir wollen mit diesem Konzept vor allem Eltern die Möglichkeit geben, ihr Kind in der Tagesgruppe zu erleben und zum Beispiel in konkreten Fällen, wie der Hausaufgabensituation mit ihrem Kind, am Modell zu lernen. Die Tagesgruppenarbeit soll für Außenstehende greifbar sein. Gleichzeitig werden Methoden der Elternarbeit vorgestellt, z.B.: Wie gewinne ich Eltern, die nicht über Gespräche zu erreichen sind? Lösungsorientiertes Arbeiten mit Eltern, „Lernen am Modell“. Wie gestaltet sich Elternarbeit in der Tagesgruppe nachhaltig?

3. Partizipation
Zudem wird ein Eindruck in Methoden des beteiligungsorientierten Arbeitens gegeben. So fragen wir: Wie setzen wir Partizipation um und sorgen für Nachhaltigkeit durch unser „Schwätz mit“ – Projekt: Beispiele – Erfahrungen – Visionen.

Dr. Ingrid Friedl, Astrid Kiefer-Kirsamer, Micha Haasis, Diasporahaus Bietenhausen e.V., Hechingen
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WS 16 Neu in der Tagesgruppe – „We never walk alone“
Für Berufs- und Quereinsteiger_innen in dem Berufsfeld der Tagesgruppe

In diesem Workshop wird neuen Mitarbeiter_innen, die sich für das Berufsfeld der Tagesgruppen entschieden haben, ein Überblick über die Geschichte der Tagesgruppen, die notwendigen beruflichen Voraussetzungen, aber auch über die aktuellen Herausforderungen des Berufsalltags gegeben.

Dabei werden die vielen Bausteine der Hilfeform Tagesgruppe auf die Anforderungen hin überprüft, die auf Mitarbeiter_innen zukommen. Welche Anforderungen werden an die Mitarbeiter_innen der Tagesgruppen gestellt und wie kann das Team diesen nicht nur gerecht werden, sondern auch Stand halten? Unter dem Gedanken „We never walk alone“ wollen wir die Herausforderungen an den komplexen Berufsalltag der Tagesgruppen konstruktiv betrachten. Ziel des Workshops ist es Berufseinsteigenden einen guten Überblick über Konzepte, Methoden und den Fachdiskurs zum Arbeitsbereich „Tagesgruppe“ zu vermitteln und im kollegialen Austausch Fragen zu den Herausforderungen der Praxis zu erarbeiten. Wir wollen uns mit folgenden Themen befassen:

Entwicklung der Tagesgruppe als eigenständige Hilfeform
Gesellschaftliche Herausforderungen
Arbeit mit der ganzen Familie
Vernetzung mit anderen Hilfeformen
Zusammenarbeit mit Jugendämtern und anderen Institutionen
Professionelle Darstellung der Arbeit in Tagesgruppen
Berufliche Voraussetzungen bzw. sinnvolle Qualifikationen

Corinna Brenke, Integrative Jugendhilfe „Heike und Thomas Michnik“, Oldenburg
Babett Schott, Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V., Berlin
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WS 17 „Ziele in allen Zellen“
Personalführung mit Leichtigkeit, Lust und hoher Wirksamkeit mit Hilfe des Züricher Ressourcen-Modells

Die Ziel- und Motivationspsychologie fokussiert immer mehr auf Ziele als treibender Motor für die Entwicklung von „intrinsischer“ Motivation. Es wurde deutlich, dass ein wesentlicher Faktor für die Motivation starke positive Aspekte sind. Sie weisen darauf hin, dass bewusste und unbewusste Bedürfnisse optimal koordiniert worden sind. Dieses Ergebnis hat Konsequenzen auf die Art und Weise, wie – individuell, im Team und in Organisationen – Ziele formuliert werden müssen, wenn sie motivierende Effekte haben sollen. In einigen Studien zum Züricher Ressourcen-Modell (ZRM) wurde in den letzten zehn Jahren an einem neuen Zieltyp gearbeitet, der diese Anforderungen erfüllt: Motto-Ziele.

Motto-Ziele sind im Präsens formuliert, sie sind in einer bildhaften Sprache abgefasst und sie lösen starke positive Affekte und keine negativen Affekte aus. Sie sind damit eine spannende Ergänzung zu den konkret formulierten SMART-Zielen, die heute in unterschiedlichsten sozialpädagogischen Einrichtungen die einzige Methode der Zielformulierung sind.

Der Workshop führt in die theoretischen Hintergründe ein, bietet mit der ZRM Bildkartei die Erkundung des „Unbewussten“, die Voraussetzung für das Bauen von Motto-Zielen, und reflektiert, wann es für Führungspersonen angebracht ist, mit Motto-Zielen zu arbeiten.

Prof. Dr. Karl-Heinz Lindemann, FH Koblenz
Drs. Jan Hesselink, vormals FH Saxion NL-Enschede
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