WS 12 Wie man skeptische Mütter und Väter aktivieren kann!
Eltern gewinnen – die Motivation der Fachkräfte zur Zusammenarbeit erhalten!

Elternarbeit erfordert grundsätzlich ein Vertrauensverhältnis zwischen Fachkräften und Eltern und basiert somit auch auf der Bereitschaft von Müttern_ und Vätern_, sich auf eine gemeinsame Zusammenarbeit einzulassen. Wie können Fachkräfte mit Eltern umgehen, die dieser Idee von Zusammenarbeit kritisch begegnen, die sich beispielsweise auf Termine zum Familiengespräch nur schwer einlassen können oder wenig Bereitschaft zeigen, problematische Punkte in ihrem Erziehungsstil zu überdenken? Wie können Fachkräfte Eltern erreichen, die selbst durch attraktive Ziele schwer zu motivieren sind?

Diese Fragen implizieren vor allem einen kritischen Blick auf Professionalität und das Verständnis von Elternarbeit der Fachkräfte: Ist das klassische Motivationsverständnis der Fachleute, das einseitig die Klient_innen in den Blick nimmt, hier noch eine gute Grundlage? Werden in der Fachdiskussion und Praxis – vor allem im Zusammenhang mit kritischen Themen wie der Kindeswohlgefährdung – nicht nonchalant die strukturellen Widersprüche des Arbeitsfeldes zugunsten psychologisierender Deutungen der Motivation ausgeblendet? Anders formuliert: Gibt es aus Sicht der Klient_innen in bestimmten Situationen nicht gute Gründe, „Nein“ zu sagen?

Mit diesem Workshop verfolgen Jan Hesselink und Karl-Heinz Lindemann das Ziel, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie mit schwer zu erreichenden Eltern in der Tagesgruppenarbeit lösungsorientiert und motivierend gearbeitet werden kann.

Prof. Dr. Karl‑Heinz Lindemann, Fachhochschule Koblenz
Jan Hesselink, vormals FH Saxion Enschede, Ootmarsum (Niederlande)
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WS 13 Präsenz für mich – Präsenz für Kinder und Eltern
Praktische Einführung in das Konzept der neuen Autorität von Haim Omer

Das Konzept der „Neuen Autorität“, vorgestellt vor über 15 Jahren von Haim Omer, hat sich inzwischen zu einer pädagogischen Haltung entwickelt, die nicht mehr „neu“ ist. Passende Namen könnten horizontale Autorität oder systemische Autorität sein.

Die Autorität von Erwachsenen ist nicht mehr automatisch mit ihren jeweiligen Rollen als Pädagog_innen, Lehrer_innen, Eltern usw. verbunden. Im Workshop gehen wir der Frage nach, wie wir uns als Pädagog_innen in der Tagesgruppe in unserem Handeln sicher fühlen können. Daher stellen wir in diesem Workshop handelnde Pädagog_innen in den Mittelpunkt und fragen, was diese brauchen, um präsent und handlungssicher zu sein. Wir sind überzeugt, dass sich diese Handlungsfähigkeit im zweiten Schritt positiv auf Kinder und Eltern auswirkt. Neben dem Aspekt der persönlichen und professionellen Präsenz beschäftigen wir uns mit verschiedenen Handlungsebenen und der wachsamen Sorge.

Gemeinsam erarbeiten wir, was das für die Arbeit der Tagesgruppen bedeuten kann. Ziel ist es, neue Sichtweisen einzunehmen, aus Machtkämpfen auszusteigen und im Netzwerk neue Stärke aufzubauen.

Bruno Flock, Hildegard Froitzheim, Bethanien Kinder‑ und Jugenddorf, Bergisch Gladbach
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WS 14 Multifamilientherapie im Alltag der Tagesgruppe
Voneinander und gemeinsam lernen – ein Gruppenerlebnis für Familien

Bei diesem Workshop geht es um die Aktivierung von Kindern, Eltern und Familien. Partizipation und Verantwortung können Spaß machen! Die Haltung nach der Methode der Multifamilientherapie (MFT) ist dabei unser „Gerüst“ und „Wegweiser“ in der praktischen Arbeit in unserem Tagesgruppenalltag.

Wie lassen sich die Facetten der MFT – Wille des Menschen, Ressourcen, Netzwerk und Sozialraumorientierung, partizipative Hilfeplanung, systemisches Arbeiten, videogestützte Arbeit – im Tagesgruppenalltag umsetzen?

Vieles machen wir bereits seit Jahren, gute und neue Ideen fließen permanent mit ein. Wir bleiben stets in Bewegung. In diesem Workshop stellen wir unsere Arbeit, unsere Ideen und unsere Arbeitshaltung vor und freuen uns auf die praxisbezogene Diskussion mit den Workshop-Teilnehmer_innen.

Fatemeh Ghahremani, Jannika Weiland, Susanne Krämer, Albert‑Schweitzer‑Kinderdorf, Wetzlar
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WS 15 Emotionale und soziale Entwicklung von Kindern im Grundschulalter

Workshop mit erhöhter Gruppengröße!

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, veränderte Sichtweisen zu kindlicher Entwicklung und praxisbezogene Anregungen zur Umsetzung in den pädagogischen Alltag

Laut der BELLA Studie, einer repräsentativen Erhebung zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, weisen ca. 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland psychische Auffälligkeiten auf. In Einrichtungen der Erziehungshilfe liegt dieser Anteil deutlich höher. Um betroffene Kinder und Jugendliche angemessen z. B. in einer Tagesgruppe unterstützen zu können, benötigen pädagogische Fachkräfte ein umfassendes entwicklungspsychologisches Wissen. Der Workshop verbindet Grundlagen zur Entwicklungspsychologie des Kindesalters mit der Perspektive psychischer Grundbedürfnisse. Es wird ein Modell zur Stärkung kindlicher Entwicklung vorgestellt, das eine Balance zwischen Bindung, Steuerung und Unterstützung beim Umgang mit schwierigen Gefühlen vorsieht. Hieraus werden Zusammenhänge und Wirkungsmöglichkeiten für die pädagogische Arbeit mit Kindern mit Schwierigkeiten in der emotionalen und sozialen Entwicklung abgeleitet.

Prof. Dr. Charlotte Hanisch, Psychologie und Psychotherapie in Heilpädagogik und Rehabilitation, Universität zu Köln
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WS 16 Arbeiten mit Kindern psychisch kranker Eltern

Workshop mit erhöhter Gruppengröße!

Vorstellung von Möglichkeiten der Arbeit mit Kindern psychisch erkrankter Eltern im Alltag der Erziehungshilfe

Das Gesundheitswesen, die Jugend- und Erziehungshilfe sowie die Bildungsinstitutionen haben zunehmend mit Familien zu tun, die sich in Multiproblemlagen befinden. Seitens der Eltern werden dabei sehr häufig traumatische Erfahrungen in ihrer eigenen Kindheit wie zum Beispiel emotionale und physische Vernachlässigung, unverarbeitete Beziehungsverluste, Gewalt und/oder sexueller Missbrauch deutlich.

Kinder und Jugendliche psychisch belasteter oder erkrankter Eltern werden somit besonderen Belastungen bis hin zu möglicherweise Gefährdungen und Belastungen ausgesetzt. Als Anpassungs-, Bewältigungs- und Selbstschutzstrategien entwickeln sie spezifische Bindungsmuster, die in Erziehungs-, Jugendhilfe- und Bildungseinrichtungen als störende oder unverständliche Verhaltensweisen wahrgenommen werden können. Die dadurch stark herausgeforderten Fachkräfte reagieren dann nicht selten komplementär und bestätigen dabei unbewusst negative Beziehungserfahrungen der Kinder in ihren Ursprungsfamilien. Dies kann zur Folge haben, dass Kinder als auffällig und störend etikettiert werden.

Im ersten Teil des Workshops werden die Problemlagen der Eltern in ihrer Auswirkung auf die Erziehungskompetenz und mögliche Belastung der Bindungsentwicklung der Kinder beschrieben. Im zweiten Teil werden die individuellen und institutionellen Rahmenbedingen dargestellt, die es ermöglichen, die Familien nachhaltig zu entlasten, das Fürsorgeverhalten der Eltern zu stärken und die bei allen Familienmitgliedern beobachteten Handlungen als entwicklungslogische Überlebensstrategien zu verstehen. Ergänzend werden Methoden der vertrauensbildenden Beziehungsgestaltung zu den Eltern und den Kindern sowie der videogestützten Förderung der Eltern-Kind-Interaktionen vorgestellt.

Dr. med. Michael Hipp, Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Mitbegründer des Förderkreises KIPKEL (Prävention für Kinder psychisch kranker Eltern)
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