WS 06 Ein Lichtblick im Alltag (Exkursion)
Eine Einführung in die Bildsprache des Sandspiels

Beim Bauen eines Sandbildes können Wünsche und Lebenspläne, Lebensideen, die eigene Rolle oder auch eigene – ggf. verschüttete – Ressourcen sichtbar werden. Im Tun kann das, was im äußeren Leben als fest gefügt und belastend erscheint, in Bewegung geraten, sich neu sortieren, neu anordnen. Das Sandspiel kann Sicherheit und Geborgenheit geben, die Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl stärken.

Die Arbeit mit dem Sandspiel ermöglicht eine neue und leichte Herangehensweise an Themen und Gefühle, die teilweise kaum zu versprachlichen oder noch nicht sprachlich erfasst worden sind. Eine erste theoretische und praktische Einführung in das Sandspiel soll einen Zugang zu dieser Arbeit aufzeigen und ermöglichen. Dabei bekommt auch das eigene Bauen von Sandbildern Raum. Besonders wichtig ist das Betrachten und Beschreiben eines Bildes und die zugehörige Symbolik. Es wird Raum geben, die eigene Rolle reflektieren zu können und die Methode kennenzulernen.

Regina Groth-Kramer, pro juventa, Reutlingen, Sandspielakademie in Münsingen-Apfelstetten
hoppla
WS 07 „Der kleine Adler lernt fliegen“
Rollenspielgruppe nach der Methode des Kinderpsychodramas

Welche Möglichkeit bietet das Konzept des psychodramatischen Rollenspiels für die Tagesgruppenarbeit? Im psychodramatischen Rollenspiel können Kinder in einem geschützten und strukturierten Rahmen in immer wieder neuen und gemeinsam entwickelten Geschichten mit selbstgewählten Rollen ihre inneren und äußeren Konflikte symbolisch bearbeiten und kreative Lösungswege entwickeln. Den Kindern wird die Möglichkeit gegeben, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, neue Verhaltensweisen auszuprobieren und damit ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern.

In diesem Workshop werden wir in das Konzept des Kinderpsychodramas einführen und die Teilnehmer_innen spielend mit der Idee und einigen Techniken des psychodramatischen Rollenspiels vertraut machen. Gemeinsam werden wir die Möglichkeiten und Grenzen dieses Konzeptes für die Tagesgruppenarbeit erörtern.

Markus Nill, pro juventa, Reutlingen
Cornelie Pflüger, Reutlingen
hoppla
WS 08 „Vorsicht bissiger Esel…“  (Exkursion)
Chancen und Risiken tiergestützter Konzepte in der Tagesgruppenarbeit

2016 haben wir uns auf den Weg gemacht, einen Konzeptbaustein zu tiergestützten Angeboten in unseren vier Tagesgruppen zu entwickeln. Diesen Entwicklungsprozess wollen wir im Workshop vorstellen. Dabei werden die Schwerpunkte der pädagogischen Zielsetzung, der Finanzierung, der Kooperationsformen und der konkreten Einbettung in die Tagesgruppenstruktur fokussiert. Ein Kooperationsmodell mit zwei Hofgütern, auf denen verschiedene Tiere gehalten werden, ist ein zentraler Bestandteil unseres Konzeptes.

Darüber hinaus werden die wesentlichen theoretischen Grundlagen zu der Arbeit mit Tieren im pädagogischen Prozess und die vorhandenen fachlichen Qualifikationen erläutert.

Am Nachmittag besteht die Möglichkeit im Rahmen von Exkursionen in zwei Kleingruppen die Rahmenbedingungen auf den Hofgütern vor Ort kennenzulernen. Wir freuen uns auf den Austausch mit Kolleg_innen mit und ohne Vorerfahrungen in der tiergestützten Pädagogik.

Wiebke Urich, Jürgen Rudolph, Oberlin-Jugendhilfe, Bruderhausdiakonie, Reutlingen
hoppla
WS 09 Familien stärken – starke Familien
Multifamilientherapie und Video-Home-Training – zwei starke Methoden auf einem gemeinsamen Weg

Unter dem Tagungsmotto „We never walk alone“ bieten die in den Tagesgruppen des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes genutzten Methoden eine Übersetzung dieses Mottos in einen ganzheitlichen Entwicklungsraum für Kinder, Eltern, Familie und nicht zuletzt die Gruppen selbst. Die Methode der Multifamilientherapie beinhaltet die simultane Arbeit mit mehreren Familien. Sie verbindet auf systematischer Grundlage handlungsorientierte, familientherapeutische Interventionen mit einem Gruppenkontext. In unseren Tagesgruppen wurde die Multifamilientherapie zur konzeptionellen Grundlage für die Gestaltung der Zusammenarbeit mit Kindern, Eltern und der gesamten Familie. Darüber hinaus gewinnt die Nutzung der Videoarbeit auf der Grundlage des Video-Home-Training in den verschiedenen Arbeitsbereichen der Tagesgruppen sowohl in der Gruppenarbeit als auch in der Arbeit mit Eltern und Kindern zunehmend an Bedeutung. Synergieeffekte in der Kombination der beiden Methoden und die praktische Einbindung der Videoarbeit in das Konzept der Multifamilientherapie in den Tagesgruppen werden anhand der bisherigen Praxiserfahrungen vorgestellt.

Susanne Krämer, Albert-Schweitzer-Kinderdorf, Wetzlar
hoppla
WS 10 Gelebte Partizipation
Wie wir uns von unseren Kindern und deren Familien in der Hilfeplanung beteiligen lassen und wie wir uns und sie beteiligen

Eine Tagesgruppe als teilstationäres Angebot in der Kinder- und Jugendhilfe richtet sich je nach gemeinsamen Absprachen, Vereinbarungen und Zielsetzungen des jeweiligen Hilfeplangespräches sehr individuell aus. Nicht nur jeder Hilfebedarf ist hierbei individuell zu betrachten, oftmals sind wir als Tagesgruppenmitarbeiter_innen im Prozessverlauf in unterschiedlichen Rollen (zum Teil in Rollen, die wir uns selber zuschreiben, aber auch in Rollen, die uns von den Eltern und Familien oder auch vom zuständigen Jugendamt zugeschrieben werden) eingebunden.

Es gilt zum einen die Familie für sich zu gewinnen, dem Kind einen „sicheren“ zweiten Lern- und Lebensort neben dem in seiner Herkunftsfamilie zu geben, und zum anderen gilt es Arbeitsaufträge des Jugendamtes anzunehmen und zu bearbeiten. So bieten der Alltag und die Zusammenarbeit mit den Eltern tägliche Fallstricke.

Es kann in Einzelfällen immer wieder dazu kommen, dass wir das Gefühl haben, zwischen den Stühlen zu stehen oder als Fachkräfte unsicher werden. Die Teilnehmer_innen werden Methoden kennenlernen, die sich sowohl auf die konkrete Vorbereitung von Hilfeplangesprächen mit Kindern beziehen, als auch die Beteiligung der Familie am gesamten Prozessverlauf mit einschließen.

Unter anderem lernen die Teilnehmer_innen des Workshops den „Tagesgruppenweg“ und den „Kinderleitfaden“ sowie die „Schienenreflexion“ als Methode der Prozessgestaltung kennen und entwerfen eigenständig Methoden für die Vorbereitung auf ein Hilfeplangespräch mit Kindern und Eltern.

Insa Volberg, Familienhilfe – Zentrum Weidenkorb, Bückeburg
hoppla
WS 11 Spielst Du noch oder lernst Du schon?
Exekutive Funktionen fördern und sozial-emotionale Kompetenzen stärken

„Erzieherin und Erzieher spielen den ganzen Tag im Kindergarten und bekommen Geld dafür.“ Sie brauchen nicht neidisch sein, obwohl Sie in einer Tagesgruppe arbeiten, können Sie trotzdem Ihr Geld spielerisch verdienen.

In diesem Workshop geht es um die Bedeutung des Spielens für die Entwicklung des heranwachsenden Menschen. Es wird eine Mischung aus Theorie und Praxis angeboten. Theorie: Was sagt die Neurowissenschaft zum Thema exekutive Funktionen? Exekutive Funktionen stellen in der Hirnforschung jene geistigen Funktionen dar, mit denen Menschen ihr eigenes Verhalten unter Berücksichtigung ihrer Umwelt steuern. Und Praxis: spielen – spielen –spielen – und Austausch zu Erfahrungen und Spannungsbögen zwischen Theorie und Praxis.

Nadja Kurta, Bernd Kurta, Tagesgruppe Treysa, Schwalmstadt
hoppla
WS 12 „Du hast mir gar nichts zu sagen!“
Umgang mit herausforderndem Verhalten von Kindern auf Grundlage der Individualpsychologie

Die Individualpsychologie geht davon aus, dass jeder Mensch nach Sicherheit strebt. Solange der Mensch sich respektiert, anerkennt, geschätzt und in einer Gruppe von Menschen integriert weiß, erlebt er Sicherheit und den Wert seiner eigenen Person. Bei den Kindern, die unsere Tagesgruppen besuchen, ist dieses Selbsterleben oft erschüttert. Sie wollen, wie alle Kinder, dazugehören, glauben jedoch nicht daran, dass ihnen dies gelingen kann. Häufig haben sie in ihrem Lebensumfeld Vereinsamung und Isolation erfahren.

Getreu dem Tagungsmotto „We never walk alone“ geht es in der individualpsychologischen Arbeit um das Ermöglichen von Gemeinschaftserfahrungen. Im Workshop werden wir die Aspekte der Zugehörigkeit, Eigenwertigkeit und Ermutigung genauso in den Blick nehmen wie den reflektierten Umgang mit herausforderndem Verhalten der Kinder.

Daniele Becker-Kuhlmann, Timo Stegemann, Kinder-Tagesgruppe am Voßhügel, Ev. Jugendhilfe-Münsterland, Ibbenbüren
hoppla
WS 13 Schön ist, dass jede_r es kann! Wirklich jede_r! (Exkursion)
Theoretische und praktische Einblicke in die kunsttherapeutische Arbeit einer Tagesgruppe

Vor mehr als 20 Jahren hat die Oberlin-Jugendhilfe ein kunsttherapeutisches Angebot geschaffen. Neben dem pädagogischen Bereich wurde sehr viel im therapeutischen Bereich gearbeitet. Im Workshop wollen wir eigene Erfahrungen mit der Kreativität machen, jedoch auch Erfahrungen und Erfolge aus 20 Jahren kunsttherapeutischen Arbeitens in der Tagesgruppe aufleben lassen. Einblicke in die Tagesgruppenarbeit gibt es mit Bildern und Filmen. Gearbeitet wird mit Farbe, Papier und Ton(erde).

Jede_r ist zu diesem Workshop eingeladen, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Dies ist auch für die Kinder in der Tagesgruppe genial. Viel Zeit wollen wir dem Austausch widmen. Fragen und Anregungen können gerne mitgebracht werden.

Manfred Weigele, Dipl. Kunsttherapeut, Bruderhausdiakonie Oberlin-Jugendhilfe, Reutlingen
hoppla